Rad und Rücken - Fitter Rücken auf zwei Rädern
Rückenbeschwerden sind Volkskrankheit, Radfahren ist Volkssport
(openPR) - Rückenbeschwerden sind Volkskrankheit, Radfahren ist
Volkssport – wie geht beides zusammen? Mit dem richtigen Fahrrad, erklärt
die Aktion Gesunder Rücken e. V., und mit der Beachtung einiger Kriterien
bei Kauf und Einstellung desselben.
[pd-f] 22 Prozent aller Krankheitstage gehen auf das Konto von Beschwerden
des Muskel-Skelett-Systems, beinahe 70 Prozent der Bundesbürger leiden
zumindest gelegentlich unter Rückenschmerzen – mit steigender Tendenz.
Eine der Hauptursachen der Volkskrankheit: Bewegungsmangel. Sitzende Tätigkeiten
und Hobbys, die den Geist und nicht den Körper fordern, verwandeln uns
langsam aber sicher in eine Nation, in der Hexenschuss und
Bandscheibenvorfall fast so alltäglich sind wie eine Erkältung.
Gleichzeitig sind Millionen von Deutschen mit dem Fahrrad unterwegs –
als Pendler ins Büro, zur Uni oder zur Schule, als Fitness-Sportler
abends oder am Wochenende auf Tour oder im Urlaub.
„Eine Entwicklung, die nicht nur aus Umweltgründen rückhaltlos zu begrüßen
ist, denn Radfahren stärkt nicht nur die Beine, sondern sorgt im ganzen Körper
für Bewegung und hält den Stoffwechsel in Schwung – alles Faktoren,
die für einen schmerzfreien, gesunden Rücken wesentlich sind“, erklärte
Georg Stingel von der Aktion Gesunder Rücken (www.agr-ev.de)
auf dem Recherche-Kongress Fahrrad des pressedienst-fahrrad. Doch wie verhält
es sich mit der Aussage, Radfahren sei eher schlecht für die
Bandscheiben? Schade ich meinem sowieso schon angegriffenen Rücken am
Ende zusätzlich, wenn ich nach Feierabend mit den besten Absichten auf
die Trimm-dich-Radtour gehe?
Keine Sorge – wenn man einige Grundregeln beachtet, ist Radfahren
beinahe so etwas wie ein Allheilmittel. Ganz wichtig dabei: die richtige
Haltung auf dem Fahrrad. Wie ein Radprofi bei der Tour de France auf
seinem Renner zu kauern, ist für Menschen, die schon einmal „mit der
Bandscheibe“ zu tun hatten, keine gute Idee. „Solch eine gestreckte
Sitzhaltung ist das Ergebnis jahrelanger Anpassung und nur deshalb möglich,
weil die Berufsfahrer viele Stunden auf der Massagebank und im
Gymnastikraum verbringen, um sich beweglich zu halten“, erklärt Stefan
Scheitz vom Rennradhersteller Felt (www.felt.de).
Für den Freizeitradler ist dagegen eine um 15-20 Prozent aus der
Senkrechten nach vorne geneigte Position ideal. Das bringt mehr Druck auf
die Pedale und setzt den Rücken einer „Vorspannung“ aus: Die Rückenmuskulatur
wird aktiviert, stabilisiert die Wirbelsäule und hilft sogar ein wenig
beim Treten mit. Für eine optimale Sitzhaltung sorgen die sechs Parameter
Sitzhöhe, Sattelposition, Sattelneigung, Lenkerhöhe, Lenkerneigung und
Sitzlänge, auf die schon bei der Auswahl eines Fahrrades geachtet werden
sollte. Die Rahmenhöhe ist längst nicht mehr die einzige relevante Größe;
auch der Abstand vom Sattelrohr zum Steuerrohr und der Höhenunterschied
zwischen beiden ist wichtig.
„Die Wohlfühlrückenposition hat absolute Priorität“, mahnt Stingel.
„Bis man völlig beschwerdefrei sitzt, muss man meist verschiedene
Sattel- und Lenkerpositionen ausprobieren.“ Wer auf einem neuen Fahrrad
Beschwerden verspürt, solle sich also nicht entmutigen lassen oder die Zähne
zusammenbeißen, sondern weiter an seiner Sitzposition feilen, empfiehlt
Heiko Müller vom Radhersteller riese und müller (www.r-m.de).
Dazu ist nicht immer ein Werkstattbesuch nötig: Komponentenhersteller
Humpert (www.humpert.com)
bietet mit dem „Q.A.S.“ (ab 35 Euro) einen werkzeuglos verstellbaren
Vorbau fürs Touren- oder Trekkingrad an, mit dem es sich in Sachen
Lenkerposition trefflich experimentieren lässt.
Wer sein Fahrrad richtig einstellt, beugt Überlastungen des
Lendenwirbelbereichs und einer Überstreckung der Halswirbelsäule vor,
auch Reizungen der Hände und Knie lassen sich so vermeiden – alles bei
„sportlicher“ Sitzhaltung häufige Beschwerden. Auch fürs Rennrad
bietet Humpert übrigens einen verstellbaren Vorbau an – das Modell „Swell
R“ (ab ca. 69 Euro) ist sehr leicht (unter 200 g), verdrehsteif und auch
optisch kein Bruch mit einem sportlichen Straßenrad. Georg Stingel von
der Aktion Gesunder Rücken warnt übrigens vor einer generellen Ablehnung
des sportlichen Radfahrens: „Auch auf dem Rennrad kann man völlig ohne
Schmerzen radeln, wenn die Position stimmt und dem Körper ein wenig
Anpassungszeit gegeben wird. Wer viel fährt, sollte seine Bauchmuskeln
zusätzlich trainieren, denn die kommen beim Radfahren zu kurz.“
Ein Risikofaktor ist auch mit einer perfekten Sitzposition nicht
ausgeschaltet: Stoßbelastungen, wie sie beim Überfahren von
Bordsteinkanten oder Schlaglöchern entstehen, sowie Dauervibrationen, die
alle nicht völlig glatten Fahrbahnen ständig auslösen. Um diesen
Problemen beizukommen, hat sich die Industrie in den letzten Jahren
einiges einfallen lassen, etwa ergonomisch geformte Lenkergriffe mit großer
Auflagefläche und weich gepolsterte Gelsättel. Eine besondere Rolle bei
der Stoßminderung spielt jedoch die Vollfederung: „Sie kann die
Vibrationsbelastung beim Radfahren um bis zu 35 % reduzieren, was eine
deutliche Schonung von Rücken und Gelenken bedeutet“, berichtet Heiko Müller.
Ein zusätzliches Plus: „Für die Vollfederung spricht neben dem Komfort
auch die Sicherheit. Denn durch die Stoßdämpfer verbessert sich die Straßenlage
und der Bodenkontakt des Fahrrades. Das ist besonders an Bürgersteigkanten,
auf Kopfsteinpflaster und Feldwegen wichtig“, so Müller. Fahrräder,
die all diesen Anforderungen gerecht werden, sind zum Beispiel die riese
und müller Modelle „Avenue“ (ab 1.499 Euro) und „Culture“ (ab
1.649 Euro) – beide mit dem begehrten AGR-Gütesiegel der Aktion
Gesunder Rücken e.V. ausgezeichnet, dem besonderen Qualitätsmerkmal für
rückengerechte Alltagsgegenstände.
Bei einem hochtechnischen Gerät wie dem vollgefederten Fahrrad muss
jedoch auf Qualität geachtet werden – einfache Baumarkt-Räder federn
erstens unzureichend, zweitens nur für kurze Zeit. Sparsamen Radfahrern
bietet sich immerhin die Möglichkeit, durch eine spezielle Bereifung
einen Effekt zu erzielen, welcher der Vollfederung zumindest nahe kommt.
Der Ballonreifen „Big Apple“ (ab 25,90 Euro) von Schwalbe (www.schwalbe.de),
in 50 oder 60 mm Breite erhältlich, kann mit geringem Luftdruck gefahren
werden und sorgt dadurch für angenehmen Fahrkomfort, ohne dass die Gefahr
von Reifenpannen droht. „Mit der Big-Apple-Bereifung (60-622, 2 bar)
wurden auf einem ungefederten Rad circa 25 Prozent weniger
Beschleunigungen an der Lendenwirbelsäule gemessen als mit
Standardbereifung (37-622, 4 bar). Im Vergleich dazu konnte ein
vollgefedertes Fahrrad die Beschleunigungen an der Lendenwirbelsäule um
33 Prozent reduzieren“, referiert Carsten Zahn vom Reifenhersteller
Bohle eine wissenschaftliche Testreihe der Kölner Sporthochschule.
Allerdings lassen sich die Komfort-Reifen nicht an jedem Fahrrad nachrüsten.
Auf einer eigens eingerichteten Website (www.balloonbikes.com)
können Interessierte die verfügbaren Modelle der Radhersteller abfragen.
Zusätzlich zu Sitzposition und Federung gilt es eine Reihe anderer
Faktoren zu beachten, die rückenfreundliches Radfahren begünstigen.
„Rahmen mit tiefem Durchstieg etwa erleichtern das Auf- und Absteigen
und vermitteln Sicherheit im Straßenverkehr“, erklärt Mario Moeschler
vom Fahrradhersteller Winora-Staiger (www.winora.de)
– besonders wichtig für Menschen, die nach einer Rückenerkrankung
wieder den Einstieg ins Radfahren wagen. Auch aufs Gewicht sollte man beim
Radkauf achten; 20 Kilo und mehr lassen sich kaum die enge Kellertreppe
hinunter tragen. Und das Thema Leichtlauf ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen:
Eine Reduzierung der Fahrwiderstände schont Muskeln und Gelenke und sorgt
darüber hinaus für mehr Radfahrspaß.
Aspekte, die sich in einem Fahrrad gar nicht alle verwirklichen lassen?
Und ob! Das Modell „Homage“ (ab 1.499 Euro) von riese und müller etwa
punktet in allen Bereichen: Es ist voll gefedert, dabei mit knapp unter 14
Kilo extrem leicht und mit relativ tiefem Durchstieg in jeder
Fahrsituation gut zu beherrschen. Ein Rad, das so konzipiert ist, kann
sich jederzeit mit Aussicht auf Erfolg um das Gütesiegel der AGR e. V.
bewerben – und wird bei regelmäßiger Benutzung dafür sorgen, dass
zumindest ein Bundesbürger weniger über Rückenschmerzen klagt.
Angewandter Klimaschutz inklusive.
Quelle:
openPR