muss sich
gegebenenfalls selbst mit neuem Material versorgen. Dass solch ein Rad
nicht unsportlich sein muss, beweist etwa Staiger mit dem
Sport-Trekking-Rad „Oregon“ (www.staiger-fahrrad.de,
ab 1.399 Euro), dessen Hinterbau trotz aller Sportlichkeit ausreichend
dimensioniert ist, um einen Anhänger zu ziehen. Gewöhnungsbedürftig auf
Gefällstrecken ist das „Schieben“ ungebremster Anhänger beim Verzögern.
Eine Folge ist, dass der Bremsweg länger wird.
Mach’ mal Pause!
Mit Kindern unterwegs zu sein, bedeutet, mehr Zeit in Pausen zu
investieren – schließlich ist das Radfahren an sich erst einmal für
die Eltern die Hauptsache. Die Kinder freuen sich über attraktive Ziel-
und Pausenorte wie Spielplätze, Eisdielen, Badeplätze. Auch das
Beobachten von Tieren und Pflanzen ist eine beliebte Abwechslung
unterwegs. Überhaupt sind Tagestouren mit der Familie deutlich kürzer,
als man es von sportlichen Radtouren gewohnt ist. Für eine
30-Kilometer-Runde ist anfangs ohne weiteres ein ganzer Tag einzuplanen
– zum einen durch umfangreiche Stopps, zum anderen aber, weil die Kinder
das Tempo vorgeben. Das Bewusstsein, dass der Nachwuchs nicht selber
treten muss, sollte nicht dazu verleiten, längere Fahrtstrecken als sonst
zurückzulegen – es kommt auf die Abwechslung von Fahren und Spielen,
Entdecken und Kennenlernen an.
Das gilt natürlich auch, wenn sich die Kinder in der Übergangsphase von
„gefahren werden“ zu „selbst fahren“ befinden – etwa als
Tandem-Copiloten. Gute Resonanzen in der Fachpresse hat dafür das „Croozer
Family“-Familientandem von Zwei plus zwei erhalten (ab 1.349 Euro).
Apropos „zusammen auf einem Rad“: Der amerikanische Anbieter Santana (www.santana-tandem.de)
baut nicht nur Tandems, sondern auch Triplets (3), Quads (4), Quints (5)
und sogar Hex (6) mit speziellen verstellbaren Kinderkurbeln. Für ein
solches Familienfahrzeug muss man allerdings mindestens 6.800 Euro
investieren. „Dennoch entscheiden sich immer öfter Familien für ein
Triplet“, berichtet Wolfgang Haas von Santana-Europa. Er glaubt, dass
das besondere Gemeinschaftsgefühl auf den Mehrsitzern den Ausschlag gibt.
Neue Ära Selberfahren
Das Thema Material wird auch dann wichtig, wenn die Kinder selbst Rad
fahren. „Wer bei Kinderrädern spart, verleidet dem Nachwuchs die Freude
am Radfahren – vor allem, wenn Papa und Mama auf teuren Sporträdern
unterwegs sind“, weiß Puky-Geschäftsführer Ralf Puslat. Ein
hochwertiges Kinderfahrrad ist die Grundvoraussetzung dafür, auch längere
Strecken mit Spaß zu bewältigen. Es macht keinen Sinn, das eigentlich
schon zu kleine Spielrad oder ein Modell „zum Reinwachsen“ zu
verwenden; die Größe muss stimmen, damit das Kind sich dauerhaft wohl fühlt.
Auf Tour ist eine Gangschaltung Pflicht; ansonsten ist die Übersetzung so
klein, dass das Kind bei mehr als 15 km/h nicht mehr mittreten kann.
Sicher ist sicher: die neuesten 20-Zoll-Räder von Puky („Skyride“,
„Crusader“, ab ca. 279 Euro) haben drei Bremsen – Rücktritt und
V-Brakes, die mit kindgerechten Bremshebeln bedient werden.