Schalternative – die richtige Schaltung für jeden Radler
Nabenschaltungen, Kettenschaltungen Hybridschaltungen
(openPR) - Auf dem Fahrradmarkt existieren derzeit drei verschiedene
Schaltungsvarianten: Nabenschaltungen (auch Getriebenaben genannt),
Kettenschaltungen und die Kombination aus beiden Arten, so genannte
Hybridschaltungen. Der pressedienst-fahrrad erläutert Funktionsprinzipien
und Einsatzgebiete.
[pd-f] Eine Kettenschaltung scheint auf den ersten Blick eine ziemlich
simple Sache zu sein, ihr grundlegendes Prinzip hat sich in den letzten 50
Jahren nicht geändert: Die Kette wird mit Hilfe des hinteren Schaltwerks
auf verschieden große Zahnkränze (Ritzel) gelegt beziehungsweise
zwischen zwei oder drei Kettenblättern hin und her bewegt. „Inzwischen
geschieht dies durch Drehgriffe oder gerasterte Hebel am Lenker, die man
nur noch antippen muss“, erklärt Dirk Belling vom
US-Schaltungshersteller Sram (www.sram.com).
Doch es dauerte Jahrzehnte, bis die von aktuellen Systemen gewohnte
Geschmeidigkeit und Schaltpräzision erreicht war. Die Entwicklung von
speziellen Zahnprofilen, die der Kette den Wechsel von einem Ritzel aufs nächste
erleichtern, begann bereits vor gut 20 Jahren und ist gerade erst
abgeschlossen.
War früher ein Zehngangrad mit fünf Ritzeln an der Hinterradnabe das Höchste
der Gefühle, passen heute bis zu zehn Ritzel ans (Renn-) Rad.
Mountainbikes und Trekkingräder verfügen über einen Neunfach-Zahnkranz,
dazu kommen in der Regel drei Kettenblätter am Tretlager, womit die Zahl
der Gänge rein rechnerisch 27 beträgt. „Von diesen sind aber mehrere
annähernd gleich groß übersetzt, sie ,überschneiden‘ sich, wie der
Fachmann sagt“, führt Belling aus. Dazu kommen zwei bis vier Gänge,
die man wegen zu starken Kettenschräglaufs nicht benutzen kann –
bleiben wirklich nutzbare 16 Gangstufen.
Für den Massenmarkt bietet sich die Kettenschaltung als preisgünstige Lösung
an. Radsportler wiederum schätzen das geringe Gewicht hochwertiger
Schaltsysteme, ihre Robustheit und die Möglichkeit, die Übersetzung auf
ihre Bedürfnisse abzustimmen. Denn Ritzelpakete gibt es in allen
erdenklichen Kranzabstufungen. Rennräder werden ausschließlich mit
Kettenschaltungen ausgestattet, ebenso (bis auf ganz wenige Ausnahmen)
Mountainbikes und Trekkingräder.
Doch wo Licht ist, da ist auch Schatten: „Wartungsbedarf und Verschleiß
einer Kettenschaltung sind ein Thema, über das man beim Fahrradkauf
nachdenken sollte“, mahnt Dirk Belling von Sram. „Für Räder, die im
Alltag und auf Touren ohne große Steigungen genutzt werden, empfehlen wir
den Einsatz einer Nabenschaltung.“ Die freiliegende Antriebstechnik der
Kettenschaltung muss regelmäßig gereinigt und geschmiert werden; sorgfältige
Justage ist wichtig, etwa um zu vermeiden, dass die Kette vom Kettenblatt
abgeworfen wird – und der Radfahrer ins Leere tritt.
Neubeginn der Nabenschaltung
Ihren bekanntesten Ahnen haben die Nabenschaltungen in der über 100 Jahre
alten legendären Torpedo-Dreigang-Schaltung von Fichtel & Sachs aus
Schweinfurt. 1997 wurde die Fahrradsparte von Sachs durch Sram (www.sram.com)
übernommen und im Sinne des Gründers fortgeführt: Die aktuellste
Schaltnabe, genannt „i-Motion 9“, arbeitet immer noch nach dem
gleichen technischen Prinzip des Planetengetriebes und stellt neun Gänge
zur Verfügung. Natürlich in Varianten mit oder ohne Rücktrittbremse,
denn: „Immer mehr sportliche Radfahrer steigen auf ein Alltags- und
Trimmrad mit Nabenschaltung um, wollen aber den von der Kettenschaltung
gewohnten Freilauf sowie die Handbremsen nicht missen“, erklärt Mario
Moeschler, Marketingleiter des Fahrradherstellers Winora ().
Im Gegensatz zur Kettenschaltung kann man bei der Schaltnabe im Stand die
Gänge wechseln, was etwa beim Stop & Go in der Stadt hilfreich ist.
Mit einer geschlossenen Kettenführung, wie sie zum Beispiel utopia-velo
mit dem „Country“-Kettenschutz anbietet (www.utopia-velo.de)
und bei einigen Modellen der Firma riese und müller (www.r-m.de)
in den Rahmen integriert ist, stellt die Nabenschaltung zudem die deutlich
sauberere Alternative dar.
Kette plus Nabe gleich Hybrid
Das Beste zweier Welten vereint die so genannte Hybridschaltung. Dies ist
eine Dreigang-Nabenschaltung, die zusätzlich ein Ritzelpaket mit bis zu
neun Ritzeln trägt und somit ebenfalls bis zu 27 Gänge zur Verfügung
stellt – etwa die „DualDrive“ von Sram. Vorteil des Systems: Die
komplette Schaltung ist auf das Hinterrad konzentriert; die drei
Gangstufen der Nabenschaltung (Berggang – Ebene – Schnellgang) lassen
sich im Stand schalten. Das ausladende, bei niedriger Trittfrequenz sehr
träge schaltende Zwei- oder Dreifach-Kettenblatt fällt weg.
Einsatz- und Preisbereiche der Schaltungstypen
Auf den ersten Blick verwirrend: Bei Nabenschaltungen muss für Quantität,
bei Kettenschaltungen für Qualität gezahlt werden. Das heißt, dass auch
eine einfache Dreigangschaltung ausgesprochen robust und haltbar, wegen
der geringeren Komplexität der Konstruktion aber um einiges billiger als
eine Neungang-Nabe ist. Bei der Kettenschaltung dagegen kommt es nicht
darauf an, ob noch ein weiteres Ritzel auf der Hinterradnabe sitzt; hier
sind Materialgüte, Verarbeitung und Gewicht des Schaltsystems
verantwortlich für den Preis.
Wer sein Rad als reines Gebrauchsobjekt für Fahrten in der Stadt und
Ausflüge über Land einsetzt, wird zur wartungsarmen und unkomplizierten
Nabenschaltung greifen, die in der einfachen Dreigang-Variante auch in den
unteren Preislagen um 300 Euro verbaut wird. Mehr Komfort und bessere
Eignung für hügeliges Terrain bietet eine Acht- oder Neunfach-Nabe.
An Luxus-Reiserädern und zuweilen auch Mountainbikes findet sich die
Rohloff-Getriebenabe mit 14 Schaltstufen – die einzige Nabenschaltung,
die ohne Einschränkungen auch für extremen sportlichen Einsatz geeignet
ist. Mit Konsequenzen: Sie ist an Kompletträdern erst ab ca. 2.000 Euro
zu finden.
Und die Kettenschaltung? Wer sich die Zeit nimmt, sein Fahrrad etwas zu
pflegen (regelmäßiges Schmieren und Fetten der Kettenschaltung und Züge)
und die Verschleißintervalle der Kette ernst nimmt, kann vom 16- bis zum
27-Gang-Rad wählen, spart etwas Gewicht und hat die komplette
Preispalette der Räder zur Auswahl.
Quelle:
openPR