Der Touren-Fahrradcheck
Alles unter Kontrolle - für eine sichere Radtour
Grundvoraussetzungen für eine sichere Radtour. Ein regelmäßiger
Technik-Check sollte deshalb zum Alltag jedes Radlers gehören.
[pd-f] Mehr als 20 Prozent aller Fahrräder weisen technische Mängel auf,
wie eine Studie des DVR (Deutschen Verkehrssicherheitsrates e. V.) aus dem
Jahr 2004 ergab. Defekte Fahrradtechnik ist zwar nur bei einem Bruchteil
der Unfälle die direkte Ursache, denn Fehler beim Abbiegen und das
Nichtbeachten der Vorfahrtregel sind in der Hitliste der Unfallursachen
mit Abstand auf den ersten Plätzen. Allerdings spricht vieles dafür,
dass eine defekte Lichtanlage oder mangelhafte Bremsen solchen
Unfallszenarien Vorschub leisten. Ein Radfahrer ohne Licht läuft nachts
viel eher Gefahr, von einem wartepflichtigen Autofahrer übersehen zu
werden. Und wer mit kaputten Bremsen unterwegs ist, kann im Zweifelsfall
nicht rechtzeitig anhalten, wenn ihm ein anderer Verkehrsteilnehmer die
Vorfahrt nimmt.
Das sind gute Argumente dafür, sich bei den sicherheitsrelevanten
Bauteilen des Drahtesels für aktuelles Material zu entscheiden. Stichwort
Lichtanlage: „Ein Nabendynamo ist heute bereits in den unteren
Preisklassen Standard“, erklärt Winora-Vertriebsleiter Mario Moeschler
(www.winora.de).
Ins Laufrad integrierte Kraftwerke wie der „i-Light“ (ab ca. 45 EURO)
des Komponentenherstellers Sram (www.sram.com)
sind auch bei Schnee und Eis in der Regel durchrutschsicher und laufen
sehr leicht.
Ohne die geeigneten Leuchtmittel bringt einem der Nabendynamo freilich
wenig. „Rückleuchten mit Standlicht-Automatik haben sich flächendeckend
durchgesetzt“, weiß Guido Müller, Geschäftsführer des
Beleuchtungsherstellers Busch und Müller (www.bumm.de).
Nachdem sich Leuchtdioden (LED) schon seit einigen Jahren in Rückleuchten
(z. B. „Toplight-Flat“, ab 15 Euro) bewährt haben, kommen die
superhellen und langlebigen LED nun auch verstärkt in Scheinwerfern zum
Einsatz. Vorreiter auf diesem Gebiet ist wiederum Busch und Müller: Die
Verbindung von modernster Elektronik und spezieller Reflektortechnik
erlaubt auch im Betrieb mit einem Standard-Seitendynamo eine ungeahnt große
Lichtausbeute. Fachjournalist Caspar Gebel beschreibt seine Erfahrungen
mit dem „IQ Tec“-LED-Scheinwerfer (ab ca. 60 Euro) so: „Man wird als
Radfahrer deutlich früher wahrgenommen, Autofahrer verhalten sich
vorsichtiger – vielleicht, weil sie das hellere Licht instinktiv mit
einem schnelleren Fahrzeug assoziieren.“
Dirk Belling von Sram benennt einen wichtigen Fahrrad-Trend zu größerer
Wartungsfreiheit. Die „i-Brake“ (ab ca. 30 Euro) seines Unternehmens
vereint die Bremskraft aktueller Felgenbremsen mit der Wartungsarmut der
guten alten Trommelbremse.
Regelmäßiger Radcheck sinnvoll
Egal, ob man ein Rad mit modernster Technik fährt oder auf ein älteres
Modell vertraut: Der regelmäßige Material-Check sollte jedem Radler geläufig
sein. Beleuchtung, Bremsen, Bereifung – das sind die Baugruppen, die am
häufigsten Probleme machen und deshalb vor Fahrtantritt kontrolliert
werden sollten. Sicherheitsrelevante Bauteile wie Sattel, Lenker und
Pedale sowie Tretkurbeln sollten durch Rütteln oder Verdreh-Versuch auf
festen Sitz geprüft werden.
Ob die Beleuchtung funktioniert, kann man leicht im Stand testen, indem
man Vorder- beziehungsweise Hinterrad per Hand in Drehung versetzt.
Wenn’s finster bleibt, sind bei neueren Fahrrädern oftmals die
Steckkontakte an Leuchten und Dynamo verantwortlich: sie können sich
losvibrieren. Benutzer älterer Räder, die bei Regen im Dunklen tappen,
sollten z. B. eine durchrutschende Dynamokappe verdächtigen.
Bei Handbremsen ist darauf zu achten, dass sich der Bremshebel nicht bis
zum Lenker ziehen lässt. Die Lagerstellen der Bremsen sowie die Bremszüge
sollten hin und wieder mit einem Multifunktionsöl behandelt werden, um
leichtgängig zu bleiben, etwa mit „Protect and Clean“ von Rema Tip
Top (www.rema-tiptop.de).
Aber Vorsicht: „Schmiermittel dürfen auf keinen Fall auf Felgen,
Bremsbeläge oder Bremsscheiben gelangen“, warnt Bodo Franz vom Zubehörhersteller
Rema Tip Top. „Diese Komponenten sollten von Zeit zu Zeit mit speziellen
Bremsenreinigern oder Entfettern behandelt werden.“ Bei Fahrrädern mit
Rücktritt muss darauf geachtet werden, dass die Kette nicht durchhängt,
sonst ergibt sich ein gefährlicher Leerweg beim Bremsen.
Regelmäßiges Abwischen mit einem öligen Tuch und Nachölen verlängert
das Leben der Kette, die dann auch nicht mehr quietscht.
Beim Thema Verschleiß gibt es relevante Signale: Bremsbeläge und moderne
Felgen weisen in der Regel eine Markierung an der Oberseite auf, die die
Verschleißgrenze anzeigt. Zum Kontrollieren der Kette halten Fahrradgeschäfte
spezielle Messwerkzeuge vor.
Bei der Bereifung warnt Carsten Zahn vom Reifenhersteller Bohle (www.schwalbe.de)
vor dem Spontanversagen verschlissener Pneus: „Reifen dürfen nicht so
lange gefahren werden, bis das Profil total runter ist und die Gewebelagen
darunter zum Vorschein kommen. Seitliche Risse am Reifen weisen auf eine
altersbedingte Versprödung hin. In beiden Fällen kann der Reifen plötzlich
einreißen, die Folge ist ein Reifenplatzer und möglicherweise ein
schwerer Sturz.“ Zahn rät, den Luftdruck monatlich mit einem kleinen
Messgerät (z.B. Digital Airmax, ca. 12 Euro) zu kontrollieren.
Selbstverständlich kann man den Fahrrad-Check auch in der Fachwerkstatt
durchführen lassen – 30 bis 40 Euro kostet die Gewissheit, auf einem
voll funktionstüchtigen Rad in den Frühling zu starten. Bei der
Gelegenheit kann man sich auch endlich nach einem schönen Fahrradhelm
umsehen. Modelle wie der zurückhaltende „Urban-I“ von Abus (www.abus.de,
50 Euro) sorgen dafür, dass ein Crash, wie er im Straßenverkehr auch auf
einem topgepflegten Fahrrad niemals völlig auszuschließend ist,
glimpflich ausgeht.
Quelle:
openPR