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Brauchen Spenden: Mitglieder
der Schweinfurter Radfahrer-Vereinigung |
(rv92.de) Fast 600.000 Vereine gibt es in Deutschland. Und denen soll jetzt – so plant
die Regierung – die Gemeinnützigkeit abgesprochen werden.
Was das konkret bedeutet? Für viele Vereine das Aus.
Skatspielen, Fotografieren, Kaninchenzüchten oder CB-Funken: Es gibt kaum ein Hobby, das man nicht
mit Gleichgesinnten in einem Verein ausüben kann.
Jetzt aber droht den sogenannten Hobby-Vereinen die Pleite: Der
Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung behauptet nämlich, dass
Hobby-Vereinigungen sich nicht ums Gemeinwohl kümmern – sondern nur
um ihre ganz private Leidenschaft. Und dafür sollen keine staatlichen
Zuschüsse mehr gezahlt, kein Steuernachlass und keine
Spendenprivilegien gewährt werden.
„Für uns eine Katastrophe!“, sagt Thorsten Zech (45),
Vereinsvorsitzender des 35 Mitglieder starken Fanfarenzugs Ossmannstedt
e.V..
„Das würde heißen, wir dürfen keine Spenden-Quittungen mehr ausstellen. Dann
würden uns keine Firmen mehr sponsern. “Von der finanziellen Hilfe der
Sponsoren ist der Verein aber abhängig. „Davon finanzieren wir die Busfahrten
zu unseren Auftrittsorten oder unsere Uniformen.“, sagt Thorsten Zech. „Die
könnten sich viele Mitglieder sonst nicht leisten. Auch neue Fanfaren kaufen
wir damit. Ein Instrument kostet allein 250 Euro.“
„Wir tun sehr viel fürs Gemeinwohl“
Der Vereinschef ist sauer: „Und natürlich nützen wir dem Gemeinwohl! Bei uns
lernen Menschen jeden Alters, sich gegenseitig zu respektieren. Kinder und
Jugendliche erfahren, dass es Regeln gibt, die sie einhalten müssen.“
Auch für Dieter Schenk (47), Schatzmeister der 1. Radfahrer-Vereinigung 1892
Schweinfurt e.V., ist sein Verein mehr als sein Privatvergnügen: „Die
Mitglieder unserer Radwandergruppe lernen zum Beispiel, die Natur zu schätzen
und zu schützen.“ Das Vorstands-Mitglied ist sicher, dass vor allem Kindern
die Mitgliedschaft im Verein guttut:
„Die Jugend lernt soziales Verhalten. Außerdem hält der Sport fit, macht
selbstbewusst!“
Verliert der Verein wirklich die Gemeinnützigkeit, wäre das ein besonders
harter Schlag für die Radball-Gruppen: „Ohne Privat-Spenden und Zuschüsse
der Stadt wird’s schwierig“, sagt Dieter Schenk. „Die Anreisen zu den
Turnieren müssten selbst bezahlt werden.“ Der Schatzmeister hat Angst, dass
viele Mitglieder dann aussteigen: „Wer kann schon 1500 bis 1800 Euro für ein
Radball-Fahrrad aus eigener Tasche zahlen?“
Text: CÈCILE HOEBORN
Foto: Frank Boxler
Quelle: RV92
Schweinfurt
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